Saisonkalender Mai

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Mit dem Mai verändert sich das Angebot heimischer Lebensmittel grundlegend. Immer mehr Gemüse stammt nun aus dem Freiland, die Ernte nimmt Fahrt auf und die Auswahl wächst beinahe von Woche zu Woche. Gleichzeitig zeigt sich, wie eng viele Kulturen an ihren natürlichen Erntezeitpunkt gebunden sind: Spargel, Rhabarber oder die ersten Erdbeeren stehen nur für ein begrenztes Zeitfenster in ihrer besten Qualität zur Verfügung.

Saisonal einzukaufen bedeutet deshalb weit mehr als nur regional zu konsumieren. Es heißt, sich am Rhythmus der Natur zu orientieren und Lebensmittel genau dann zu genießen, wenn sie ohne lange Lagerung oder weite Transportwege ihr volles Aroma entfalten können. Kaum ein Monat macht diesen Zusammenhang so deutlich wie der Mai.

Das sind meine persönlichen Favoriten im Mai:

Spargel

Spargel zählt zu den bekanntesten Frühlingsgemüsen und hat in Österreich von etwa Mitte April bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni, dem Johannistag, Hochsaison. Das Erntedatum ist bewusst gewählt: Danach benötigen die Pflanzen ausreichend Zeit, um neue Triebe und Blattgrün zu bilden und Kraft für die Ernte im nächsten Jahr zu sammeln. Wer regionalen Spargel genießen möchte, sollte die wenigen Wochen der Saison daher unbedingt nutzen.

Die wichtigsten Spargelanbaugebiete Österreichs liegen im Marchfeld in Niederösterreich – dem größten Spargelanbaugebiet des Landes –, in der Südsteiermark sowie im Burgenland. Die sandigen, gut durchlässigen Böden und das milde Klima bieten ideale Bedingungen für den Anbau. Frisch gestochener Spargel gelangt oft noch am selben Tag in Hofläden, auf Wochenmärkte oder in den Handel und überzeugt dadurch mit einer Qualität, die lange Transportwege kaum erreichen können.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen weißem, grünem und – deutlich seltener – violettem Spargel. Weißer Spargel wächst vollständig unter der Erde und wird gestochen, bevor seine Spitzen das Sonnenlicht erreichen. Dadurch bleibt er zart, mild und leicht nussig im Geschmack. Grüner Spargel hingegen wächst oberirdisch und bildet durch das Sonnenlicht Chlorophyll. Er entwickelt ein kräftigeres, würzigeres Aroma, enthält etwas mehr Vitamin C und Beta-Carotin und muss meist nur im unteren Drittel geschält werden. Violetter Spargel entsteht, wenn die Spargelspitzen kurz vor der Ernte ans Licht gelangen. Seine Spitzen färben sich durch Anthocyane violett und schmecken leicht süßlich. Er ist eine echte Spezialität und wird nur in vergleichsweise kleinen Mengen angebaut.

Spargel besteht zu rund 93 Prozent aus Wasser und liefert dennoch wertvolle Inhaltsstoffe wie Folsäure, Kalium, Vitamin C und Ballaststoffe. Besonders charakteristisch ist die enthaltene Asparaginsäure, die den Stoffwechsel anregt und harntreibend wirkt. Gleichzeitig ist Spargel sehr kalorienarm und deshalb ein beliebtes Frühlingsgemüse für eine leichte Küche.

Ich genieße Spargel am liebsten ganz klassisch mit zerlassener Butter und Petersilienerdäpfeln oder als cremiges Spargelrisotto. Grüner Spargel schmeckt außerdem hervorragend vom Grill, im Ofen geröstet oder als Zutat in Pasta, Quiches und frühlingshaften Salaten.

Erdbeeren

Ende Mai beginnt in Österreich die Erdbeersaison und mit ihr eines der schönsten Zeichen für den nahenden Sommer. Heimische Erdbeeren werden vollreif geerntet und können dadurch ihr intensives Aroma, ihre natürliche Süße und ihren charakteristischen Duft voll entfalten. Im Vergleich zu importierter Ware aus den Wintermonaten, die oft lange Transportwege hinter sich hat, überzeugen regionale Erdbeeren vor allem durch ihren Geschmack und ihre Frische.

Erdbeeren liefern reichlich Vitamin C, Folsäure, Ballaststoffe und wertvolle antioxidative Pflanzenstoffe. Trotz ihrer Süße sind sie kalorienarm und mit ihrem hohen Wassergehalt eine ideale Erfrischung an warmen Tagen. Die Hauptsaison reicht meist bis in den Juni und Juli – ein vergleichsweise kurzes Zeitfenster, das man bewusst genießen sollte.

Am liebsten esse ich die ersten Erdbeeren ganz pur – frisch vom Feld schmecken sie für mich einfach am besten. Außerdem dürfen sie bei mir in Frühstücksbowls, Desserts oder Kuchen nicht fehlen. Auch selbstgemachte Erdbeermarmelade ist eine wunderbare Möglichkeit, den Geschmack der Saison für das ganze Jahr einzufangen.

Rhabarber

Auch wenn Rhabarber in der Küche meist wie Obst verwendet und süß verarbeitet wird, zählt er botanisch gesehen zum Gemüse. Seine Saison reicht in Österreich ungefähr von April bis zum Johannistag am 24. Juni. Danach lässt man die Pflanze in der Regel weiter wachsen, damit sie Kraft für die kommende Saison sammeln kann.

Die säuerlich-frischen Stangen sind ein echter Frühlingsbote und liefern Kalium, Calcium, Vitamin C und Ballaststoffe. Ihre charakteristische Farbe verdanken rote Sorten wertvollen Pflanzenstoffen wie Anthocyanen. Da Rhabarber relativ viel Oxalsäure enthält, sollte er nicht roh in größeren Mengen gegessen, sondern geschält und gegart verarbeitet werden.

Ich backe damit am liebsten einen Rhabarber-Erdbeer-Crumble, bei dem die feine Säure des Rhabarbers wunderbar mit der Süße der Erdbeeren harmoniert. Ebenso eignet er sich für Kompott, Kuchen, Marmeladen oder selbstgemachten Sirup – und bringt so den Geschmack des Frühlings auf den Teller.

Frühlingszwiebel

Frühlingszwiebeln gehören zu den ersten frischen Zwiebelgewächsen des Jahres und bringen mit ihrem milden, leicht süßlichen Aroma den Geschmack des Frühlings in die Küche. Im Gegensatz zu klassischen Speisezwiebeln werden sie meist jung geerntet und überzeugen durch ihre zarte Konsistenz – sowohl die weißen Knollen als auch die grünen Blätter können vollständig verwendet werden.

Sie liefern Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Durch ihren milden Geschmack eignen sie sich besonders gut für die leichte Frühlingsküche und verleihen Gerichten eine angenehme Frische, ohne andere Zutaten zu überdecken.

Ich streue Frühlingszwiebeln am liebsten frisch über Suppen, Bowls, Aufstriche oder Ofengemüse. Auch in Salaten, Kräuterquark, asiatischen Gerichten oder als Topping für Reis- und Nudelgerichte sind sie eine einfache Möglichkeit, mehr Aroma und Farbe auf den Teller zu bringen.

Kohlrabi

Kohlrabi gehört zu den klassischen Frühlingsgemüsen und hat in Österreich von Mai bis in den Herbst hinein Saison. Besonders die ersten jungen Kohlrabi im Frühjahr überzeugen mit ihrer zarten Konsistenz, einem mild-süßlichen Aroma und einem angenehm knackigen Biss. Sowohl die Knolle als auch die jungen Blätter sind essbar – letztere enthalten sogar besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe und können ähnlich wie Kräuter oder Blattgemüse verwendet werden.

Kohlrabi liefert reichlich Vitamin C, Kalium, Folsäure und Ballaststoffe und ist gleichzeitig sehr kalorienarm. Seine leichte Süße macht ihn besonders vielseitig und zu einer beliebten Zutat in der frischen Frühlingsküche.

Am liebsten esse ich jungen Kohlrabi roh als knackigen Snack mit etwas Salz oder in feinen Scheiben im Salat. Gedünstet als Beilage, gefüllt aus dem Ofen oder verarbeitet zu einer cremigen Kohlrabisuppe zeigt er aber genauso seine Stärken. Auch die zarten Blätter lassen sich wunderbar in Pestos, Suppen oder als Gemüsebeilage verwerten – so wird die gesamte Pflanze genutzt.

Was im Mai außerdem Saison hat

Neben meinen persönlichen Favoriten gibt es im Mai noch viele weitere regionale Lebensmittel:

  • Radieschen
  • Spinat
  • Mangold
  • Bärlauch (nur noch am Anfang des Monats)
  • junge Blattsalate
  • Karotten
  • Kresse
  • frische Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie

Der Mai läutet die frische Jahreszeit ein und bringt nach dem Winter endlich wieder Vielfalt und Farbe auf den Markt. Wer sich beim Einkauf am Saisonkalender orientiert, entdeckt viele Produkte genau dann, wenn sie ihren besten Geschmack haben – und unterstützt gleichzeitig die regionale Landwirtschaft.

Welches saisonale Lebensmittel darf für euch im Mai nicht fehlen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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