Im Juni beginnt in Österreich die eigentliche Sommersaison in den Gärten und auf den Feldern. Das erste Freilandgemüse ist reif, die Beerensaison nimmt Fahrt auf und die Holunderblüten stehen für wenige Wochen in voller Blüte. Wer jetzt regional einkauft, findet eine Vielfalt, die es die meiste Zeit des Jahres nicht gibt – und Lebensmittel, die ihr Aroma unter natürlichen Bedingungen direkt auf dem Feld entwickeln konnten.
Viele Obst und Gemüsesorten stehen nur wenige Wochen in bester Qualität zur Verfügung. Gerade die Holunderblüten oder die ersten Kirschen zeigen, wie eng das Saisonfenster manchmal ist. Genau das macht den Einkauf nach Saison so reizvoll: Man orientiert sich am natürlichen Rhythmus, unterstützt die heimische Landwirtschaft und bekommt Obst und Gemüse genau dann, wenn es am besten schmeckt.
Das sind meine persönlichen Favoriten im Juni:
Holunderblüten
Holunderblüten haben nur ein kurzes Zeitfenster: Ihre Blütezeit reicht von Mai bis Ende Juni. Danach sind sie kaum noch frisch erhältlich – umso mehr lohnt es sich, die Saison auszukosten.
Am besten pflückt man Holunderblüten an einem trockenen, sonnigen Tag, idealerweise am späten Vormittag, wenn der Morgentau bereits abgetrocknet ist. Nach Regen sollte man mit der Ernte warten, da ein Teil des feinen Aromas ausgewaschen wird. Wichtig ist außerdem, keine Blüten an stark befahrenen Straßen zu sammeln und bevorzugt höher wachsende Dolden zu wählen, um Verunreinigungen durch Hunde oder Wildtiere zu vermeiden. Da sich in den Blüten häufig kleine Insekten verstecken, sollten die Dolden nach dem Pflücken kurz kopfüber ausgeschüttelt werden.
Holunderblüten enthalten wertvolle Flavonoide und werden in der Volksheilkunde traditionell wegen ihrer wohltuenden Wirkung auf die Atemwege und das Immunsystem geschätzt.
Ich verwende Holunderblüten am liebsten für selbstgemachten Holunderblütensirup, feines Gelee, Panna Cotta oder aromatisierten Essig – so lässt sich ihr einzigartiges Aroma auch über die Saison hinaus genießen.
Gurken
Gurken haben von Juni bis September Saison und gehören zu den erfrischendsten Sommerzutaten. Sie bestehen zu rund 95 Prozent aus Wasser, sind dadurch besonders kalorienarm und liefern gleichzeitig wertvolle Nährstoffe wie Kalium und Vitamin K.
Gerade an heißen Sommertagen sind Gurken eine ideale Zutat, da sie den Körper mit Flüssigkeit versorgen und angenehm leicht sind. Frisch geerntete regionale Gurken überzeugen außerdem durch ihr besonders knackiges Fruchtfleisch und ein deutlich intensiveres Aroma als lange gelagerte Importware.
Ich verwende Gurken am liebsten ganz klassisch im Salat, kombiniere sie mit Joghurt zu einem erfrischenden Dip oder serviere sie als kalte Gurkensuppe. Auch in einer sommerlichen Gazpacho machen sie sich hervorragend. Wer die Saison länger genießen möchte, kann Gurken außerdem süß-sauer einlegen oder zu Gurkenrelish verarbeiten – so bleibt ein Stück Sommer auch für die kühleren Monate erhalten.
Zucchini
Zucchini haben von Juni bis Oktober Saison und gehören für mich zu den vielseitigsten Sommergemüsen. Eine einzige Pflanze trägt über Wochen hinweg immer wieder neue Früchte – deshalb gibt es in vielen Gärten im Sommer meist mehr Zucchini, als man auf den ersten Blick verarbeiten kann. Frisch geerntete Zucchini überzeugen mit ihrem zarten Geschmack und einer angenehmen, festen Konsistenz.
Sie sind besonders kalorienarm, bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und liefern gleichzeitig Vitamin C, Vitamin B6, Folsäure sowie Kalium. Auch die leuchtend gelben Zucchiniblüten sind essbar und gelten, mit Ricotta gefüllt oder knusprig ausgebacken, als echte Delikatesse der Sommerküche.
Mein Lieblingsgericht ist ein cremiges Zucchini-Risotto, das den milden Eigengeschmack des Gemüses besonders gut zur Geltung bringt. Zucchini lassen sich aber auch hervorragend grillen, im Ofen rösten, zu Suppen, Aufläufen oder Pasta verarbeiten oder fein gehobelt roh im Salat genießen. Selbst süße Rezepte wie saftige Zucchinikuchen oder Muffins gelingen damit wunderbar – ein weiterer Beweis dafür, wie unglaublich vielseitig dieses Gemüse ist.
Kirschen
Ab Mitte Juni beginnt die Kirschsaison. Das Erntefenster ist vergleichsweise kurz und reicht je nach Sorte und Witterung meist bis in den Juli. Gerade deshalb lohnt es sich, die Saison bewusst zu genießen, denn frisch geerntete regionale Kirschen überzeugen mit ihrem besonders intensiven Aroma und ihrer natürlichen Süße.
Kirschen enthalten wertvolle Antioxidantien, darunter Anthocyane, die ihnen ihre kräftige rote Farbe verleihen. Außerdem liefern sie Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe. Ob direkt vom Baum genascht oder frisch vom Wochenmarkt – kaum ein Sommerobst schmeckt so unverfälscht wie sonnengereifte Kirschen.
Ich backe daraus am liebsten einen klassischen Kirschkuchen, bei dem die saftigen Früchte im Mittelpunkt stehen. Genauso gut eignen sich Kirschen für Kompott, Marmelade oder Desserts. Wer die Saison verlängern möchte, kann sie auch entsteinen und einfrieren – so lässt sich der Geschmack des Sommers noch lange genießen.
Erdbeeren
Erdbeeren haben ihre Hauptsaison im Juni. Je nach Witterung beginnt die Ernte bereits im Mai und reicht bis in den Juli. Heimische Erdbeeren werden vollreif geerntet und überzeugen dadurch mit ihrem intensiven Duft, ihrer natürlichen Süße und ihrem unverwechselbaren Aroma – ein deutlicher Unterschied zu vielen Importfrüchten, die oft schon unreif gepflückt werden.
Neben ihrem hervorragenden Geschmack liefern Erdbeeren reichlich Vitamin C, Folsäure, Ballaststoffe und antioxidative Pflanzenstoffe. Mit ihrem hohen Wassergehalt sind sie außerdem angenehm leicht und eine ideale Erfrischung an warmen Sommertagen.
Am liebsten genieße ich Erdbeeren ganz pur – frisch gepflückt schmecken sie für mich einfach am besten. Sie passen aber ebenso wunderbar in sommerliche Salate, etwa kombiniert mit Spinat, Ziegenkäse und gerösteten Nüssen. Natürlich dürfen sie auch in Marmeladen, Kuchen, Desserts oder Sorbets nicht fehlen. Besonders spannend finde ich ihre Kombination mit herzhaften Zutaten wie Burrata, Spargel oder einem Spritzer Balsamico – ein Beweis dafür, wie vielseitig dieses beliebte Sommerobst ist.
Was im Juni außerdem Saison hat
Neben meinen persönlichen Favoriten gibt es im Juni noch viele weitere regionale Lebensmittel:
- Kohlrabi
- Radieschen
- Erbsen und Zuckererbsen
- Spargel (nur noch bis Johanni am 24. Juni)
- Rhabarber (ebenfalls bis etwa Ende Juni)
- Frühkartoffeln
- verschiedene Blattsalate
- Mangold
- Spinat
- erste Ribisel und Stachelbeeren
- Himbeeren
Der Juni macht somit den Auftakt in die Sommersaison und bringt nach den ersten warmen Wochen endlich wieder große Auswahl auf den Markt. Wer sich beim Einkauf am Saisonkalender orientiert, entdeckt viele Produkte genau dann, wenn sie ihren besten Geschmack haben – und unterstützt gleichzeitig die regionale Landwirtschaft.
Welches saisonale Lebensmittel darf für euch im Juni nicht fehlen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!
